DEN HAAG, Niederlande, 15. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Heute trifft sich die internationale Menschenrechtsgemeinschaft in Den Haag, um die Arbeit der iranischen Anwältin Nasrin Sotoudeh zu würdigen, die den Thulani Maseko Justice Prize 2026 erhält.
Der von der Human Rights Foundation (HRF) und der Thulani Maseko Foundation ins Leben gerufene Preis würdigt Juristen, die sich in autoritären Regimen in herausragender Weise für den Schutz der Grundrechte und die Förderung der Rechtsstaatlichkeit eingesetzt haben.
Nasrin Sotoudeh wurde 1963 in Teheran geboren. Sie hat ihre berufliche Laufbahn der Verteidigung von Menschen gewidmet, die Opfer von Menschenrechtsverletzungen sind – insbesondere von Frauen. Sie wurde mehrfach verhaftet und verbrachte mehrere Jahre im Gefängnis. 2019 wurde sie zu 38 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt.
Nach ihrer Freilassung 2023 aus medizinischen Gründen wurde sie mehrmals erneut verhaftet, und ihr aktueller Status ist ungewiss, obwohl angenommen wird, dass sie sich weiterhin unter strengen Kautionsauflagen in Teheran aufhält. Die Organisatoren des Thulani-Maseko-Gerechtigkeitspreises hoffen weiterhin, dass sie in irgendeiner Form an der Verleihung teilnehmen kann.
Roberto González, Chief Advocacy Officer der Human Rights Foundation (HRF): „Die Arbeit als Menschenrechtsverteidigerin im Iran ist für jeden eine enorme Herausforderung, besonders aber für Frauen. Und Nasrin hat alle Konsequenzen davon auf sich genommen. 148 Peitschenhiebe sind praktisch ein Todesurteil, da nur sehr wenige Menschen das überstehen können. Und doch lässt sie sich von der Unterdrückung nicht einschüchtern und kämpft weiter für die Rechte der Verfolgten. Sie ist eine unglaubliche Anwältin und ein unglaublicher Mensch."
Dies ist die vierte Verleihung des Preises, der von der Human Rights Foundation in Zusammenarbeit mit der Thulani-Maseko-Stiftung ins Leben gerufen wurde. Er würdigt mutige Menschenrechtsanwälte, die ihr Leben und ihre Freiheit riskieren, um die Demokratie in Ländern zu verteidigen, die von autoritären Regimes regiert werden.
Der Preis ehrt das Andenken an Thulani Maseko, der 2023 in seinem Heimatland Eswatini ermordet wurde.
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Im Magdeburger Landtag steht ein Einschnitt in der bundesdeutschen Parlamentsgeschichte bevor: Erstmals könnte ein Abgeordneter der AfD das Amt des Landtagspräsidenten übernehmen. Der 35-jährige Tobias Rausch, seit 2016 Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt und Generalsekretär der AfD im Bundesland, geht mit einer komfortablen Mehrheit in die konstituierende Sitzung. Nach ihrem klaren Wahlsieg stellt die AfD künftig 39 der 83 Abgeordneten und ist damit die mit Abstand stärkste Fraktion.
Den entscheidenden Schub liefert das Bündnis mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Die fünf BSW-Abgeordneten wollen geschlossen für Rausch stimmen und kommen gemeinsam mit der AfD auf 44 Stimmen. BSW-Fraktionschef Thomas Schulze verweist auf parlamentarische Gepflogenheiten: Als stärkste Fraktion habe die AfD laut Geschäftsordnung Anspruch auf den Vorsitz im Parlament. Eine politische Blockbildung gegen die AfD lehnt Schulze ab und präsentiert die Zustimmung zur Wahl des Landtagspräsidenten als Signal eines „neuen Politikstils“.
Die übrigen Fraktionen reagieren gespalten. CDU, SPD, Grüne und Linke verfügen zusammen ebenfalls über 39 Mandate, treten aber nicht geschlossen gegen die AfD an. Die CDU hat angekündigt, sich bei der Wahl zu enthalten – Enthaltungen zählen in diesem Verfahren nicht als abgegebene Stimmen. SPD, Grüne und Linke wollen gegen Rausch stimmen. Spannend bleibt damit vor allem die Frage, ob der AfD-Kandidat über die absehbaren 44 Ja-Stimmen hinaus zusätzliche Unterstützung erhält. Vor der geheimen Abstimmung spekulieren die Lager bereits über mögliche Abweichler; aus der AfD-Spitze heißt es, zusätzliche Stimmen könnten auch aus dem Kreis der erklärten Gegner stammen.
Parallel zur Präsidentenwahl testet die AfD aus, wie weit ihr neuer Einfluss im Landtag reicht. Die Fraktion will die Geschäftsordnung ändern, um neben dem Präsidenten auch einen der drei Vizepräsidentenposten zu besetzen – vorgesehen ist der Abgeordnete Hans-Thomas Tillschneider. In der Vergangenheit sorgten seine Beiträge zur Bildungs- und Kulturpolitik regelmäßig für Kritik in anderen Fraktionen, die den Personalvorschlag daher als Provokation werten dürften. Ob das BSW diese Personalie ebenso mitträgt wie die Wahl von Rausch, ist bislang offen. Unabhängig vom Ausgang der Abstimmungen wird die erste Sitzung des neu gewählten Landtags damit zum Testfall für künftige Zusammenarbeit und Machtarithmetik in Sachsen-Anhalt.