
Der Verwaltungsrat des Schweizer TV-Streaming-Anbieters Zattoo hat Tina Rodriguez per 1. April 2026 zur CEO ad interim ernannt. Sie folgt auf Roger Elsener, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt, um die Position des Direktors des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) zu übernehmen. Mit dieser Ernennung aus den eigenen Reihen stellt Zattoo sicher, dass die eingeschlagene Unternehmensstrategie konsequent weitergeführt wird.
Roger Elsener war seit Oktober 2024 CEO von Zattoo und setzte in dieser Zeit wichtige strategische Impulse. Unter seiner Leitung stärkte das Unternehmen seine Marktposition durch neue Partnerschaften und Wachstumsinitiativen. Dazu zählen Kooperationen im Ad Sales mit HBO Max und Paramount+, neue Plattformpartner wie Digitec Galaxus, Waoo, Kabelnoord und WWZ sowie die Integration der Mediatheken von ARD und ZDF. Elsener dankte dem Verwaltungsrat und den Kollegen für das entgegengebrachte Vertrauen und verwies auf die einmalige berufliche Chance beim SRF.
Bei SRF folgt der 47-jährige Elsener ab 1. Mai 2026 auf Nathalie Wappler, die im September 2025 ihren Rücktritt angekündigt hatte. Der Verwaltungsrat der SRG wählte Elsener einstimmig auf Vorschlag des Regionalvorstands SRG Deutschschweiz. SRG-Generaldirektorin Susanne Wille bezeichnete Elsener als erfahrenen Medienmanager und Digitalexperten, der den digitalen Wandel von SRF konsequent fortsetzen werde.
Mit Tina Rodriguez übernimmt eine erfahrene internationale Managerin die operative Führung bei Zattoo. Sie ist seit Januar 2026 als Chief Consumer Officer bei Zattoo tätig und verantwortet das Direct-to-Consumer-Geschäft sowie Corporate Communications. Zuvor war sie in leitenden Funktionen bei Liberty Global, Sunrise, UPC Schweiz, Unity Media und weiteren Unternehmen tätig. Rodriguez betonte, dass Kundenzufriedenheit, Partnerschaften und die Mitarbeitenden zentrale Grundlagen für den zukünftigen Erfolg von Zattoo sind. Der Verwaltungsrat würdigte die Arbeit des scheidenden CEO und setzt gleichzeitig auf Kontinuität durch die interne Nachfolge.

Henkel hat ein weiteres Jahr in einem schwierigen konjunkturellen und geopolitischen Umfeld mit robusten, aber beim Wachstum eher verhaltenen Zahlen abgeschlossen. Der Konzern erzielte einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro, belastet durch deutlich negative Wechselkurseffekte. Organisch – also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte – legte der DAX-Konzern um 0,9 Prozent zu und blieb damit unter den Prognosen des Managements und den Erwartungen der Analysten, die mit 1,1 Prozent gerechnet hatten.
Bei der Profitabilität konnte Henkel dagegen zulegen. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (EBIT) lag bei rund 3,0 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge stieg auf 14,8 Prozent und damit um 50 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr, womit der vom Unternehmen angepeilte Korridor von 14,5 bis 15,5 Prozent erreicht wurde. Das Ergebnis je Vorzugsaktie erhöhte sich währungsbereinigt um 4,7 Prozent auf 5,33 Euro. Der Free Cashflow belief sich auf rund 1,9 Milliarden Euro, und der Vorstand schlägt eine Dividendenerhöhung um 1,5 Prozent auf 2,07 Euro je Vorzugsaktie vor.
In den Sparten zeigte sich ein gemischtes Bild. Das Klebstoffgeschäft Adhesives Technologies wuchs organisch um 1,5 Prozent und blieb damit über dem Konzernschnitt, während das Konsumentengeschäft – gebündelt in der Einheit Consumer Brands mit Marken wie Persil, Pril und Pritt – nur um 0,3 Prozent zulegte. Im Schlussquartal kehrte sich dieses Muster um: Consumer Brands verzeichnete ein organisches Wachstum von 4,1 Prozent, Adhesives kam auf 0,9 Prozent, der Konzern insgesamt auf 2,3 Prozent – auch hier blieb Henkel hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Auf Ergebnisebene lag die bereinigte operative Marge von Adhesives mit 16,7 Prozent über dem Konzerndurchschnitt, Consumer Brands kam auf 14,5 Prozent.
Strategisch treibt Henkel seine Wachstumsagenda weiter voran. Der Zusammenschluss der Konsumentengeschäfte wurde schneller als geplant abgeschlossen und soll Effizienzgewinne heben. Jüngste Zukäufe in beiden Unternehmensbereichen sollen das Wachstumspotenzial erhöhen. Für das laufende Jahr stellt der Konzern weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum in Aussicht. Auf organischer Basis peilt Henkel eine Erlössteigerung im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an; das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie soll bei konstanten Wechselkursen im niedrigen bis hoch einstelligen Prozentbereich zulegen. Damit setzt das Management nach einem von Währungseffekten und verhaltenem Volumenwachstum geprägten Jahr klar auf mehr Effizienz, Innovationen und eine stärkere Ertragskraft.