
Der Klimawandel zwingt die Forstwirtschaft in Europa zu einem tiefgreifenden Umbau. Längere Trockenphasen, steigende Temperaturen und eine wachsende Belastung durch Schädlinge setzen den Wäldern so stark zu, dass Fachleute von einem grundsätzlichen Wandel des Ökosystems ausgehen. Zum Internationalen Tag des Waldes skizzieren Forscher und Behörden, wie der Wald in einigen Jahrzehnten aussehen könnte – und wie weitreichend die Eingriffe sein müssen, um ihn stabil zu halten.
Die Richtung ist vorgezeichnet: Der Wald der Zukunft dürfte vielfältiger, lichter und deutlich anspruchsvoller in der Pflege sein. Forstverwaltungen und staatliche Betriebe setzen zunehmend auf artenreiche Mischwälder mit mehreren stabilen Baumarten. Im Zentrum steht ein klarer Favorit: die Eiche. Sie gilt als eine der wichtigsten heimischen Arten, die besser mit Trockenheit und Wärme zurechtkommt als etwa die Fichte. Nach Angaben von Silvio Schüler, Leiter des Instituts für Waldwachstum, Waldbau und Genetik am österreichischen Bundesforschungszentrum für Wald, werden Eichen in den Baumschulen derzeit „förmlich aus den Händen gerissen“. Ergänzt werden sie von selteneren heimischen Baumarten wie Elsbeere, Speierling, Feldahorn oder Vogelkirsche.
Der Anpassungsdruck ist hoch: Studien zeigen, dass rund ein Drittel aller europäischen Baumarten im Klimawandel gefährdet ist. Besonders wirtschaftlich bedeutsame Arten wie Fichte, Waldkiefer oder Buche weisen bereits messbare Schäden auf. Selbst die Buche, lange als Hoffnungsträgerin gehandelt, könnte an extremen Standorten deutlich an Wuchskraft verlieren und nur noch rund halb so hoch werden wie bisher, mit regelmäßig ausfallenden Kronenteilen. Parallel dazu verstärken höhere Temperaturen den Schädlingsdruck. Der Borkenkäfer Buchdrucker etwa, der bevorzugt Fichten befällt, kann sich in milden Bedingungen schneller vermehren und großflächige Schäden verursachen.
Hinzu kommt ein Zielkonflikt zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung. Ein lichterer, resilienterer Wald mit deutlich weniger Bäumen pro Hektar ist besser auf Extremwetter vorbereitet, speichert aber weniger Kohlenstoff. Nach Berechnungen der Fachleute bedeutet ein Rückgang von 400 auf 150 Bäume je Hektar zwangsläufig geringeres Holzvolumen und damit eine reduzierte CO₂-Bindung. Bereits heute hat sich die Bilanz spürbar verschlechtert: Die jüngste Bundeswaldinventur zeigt, dass der Wald in Deutschland aufgrund der massiven Schäden mehr Kohlenstoff abgibt, als er aufnimmt – und damit die Erreichung der Klimaziele zusätzlich erschwert. Forstwirtschaft, Politik und Gesellschaft stehen damit vor der Aufgabe, den Wald durch aktive Eingriffe zugleich widerstandsfähiger und klimapolitisch wirksam zu halten.

Volkswagen und die Porsche Automobil Holding SE setzen in ihren Kontrollgremien auf Kontinuität. Der Nominierungsausschuss des VW-Aufsichtsrats hat den amtierenden Vorsitzenden Hans Dieter Pötsch für eine weitere Amtszeit vorgeschlagen. Der Wahlvorschlag soll nach der kommenden Sitzung des Aufsichtsrats den Aktionären auf der Hauptversammlung am 18. Juni 2026 zur finalen Beschlussfassung vorgelegt werden, teilte Volkswagen mit. Pötsch steht seit Oktober 2015 an der Spitze des Kontrollgremiums des Wolfsburger Konzerns.
Pötsch begrüßte den Vorstoß des Nominierungsausschusses. Dem Wunsch, das Unternehmen weiterhin an der Spitze des Kontroll- und Beratungsgremiums durch „herausfordernde Zeiten“ zu führen, komme er „gerne nach“, heißt es in einer Mitteilung. Sein Ziel bleibe es, Volkswagen „wetterfest“ aufzustellen. Über die Personalie hatte zuvor das „Handelsblatt“ berichtet. Der Österreicher arbeitet seit 2003 für die VW-Gruppe, zunächst zwölf Jahre als Finanzvorstand, bevor er im Herbst 2015 den Vorsitz im Aufsichtsrat übernahm.
Parallel dazu stärkt auch die Porsche Automobil Holding SE den Einfluss von Pötsch. Der Aufsichtsrat der Holding, die unter anderem maßgebliche Anteile an Volkswagen hält, hat das Mandat des Vorstandsvorsitzenden um eine weitere Amtszeit verlängert. Die erneute Bestellung tritt zum 1. Januar 2027 in Kraft und gilt für fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2031, wie die Porsche SE mitteilte. Dem Vorstand der Holding gehören neben Pötsch Manfred Döss, zuständig für Recht und Compliance, sowie Johannes Lattwein, verantwortlich für Finanzen und IT, an.
Mit den Personalentscheidungen setzen sowohl Volkswagen als auch die Porsche SE auf Stabilität an ihren Spitzen in einer Phase, die der Konzernchefkontrolleur selbst als herausfordernd beschreibt. Für Volkswagen bleibt die endgültige Entscheidung über die nächste Amtszeit von Hans Dieter Pötsch nun bei den Aktionären, die im Juni 2026 auf der Hauptversammlung über den Vorschlag des Aufsichtsrats zu befinden haben.