Gesundheitsbedingter Rücktritt bei Ruag MRO: Müller gibt Amt ab

11.03.2026


Bern – Ralf Müller, Chef der bundeseigenen Ruag MRO Holding, hat sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, ist der Grund ein Skiunfall, der eine längere Rekonvaleszenz nach sich zieht. Bis zur vollständigen Genesung werden noch mehrere Monate erwartet.

Um dem Unternehmen eine rasche und klare Führungsperspektive zu geben, habe sich Müller zu diesem Schritt entschieden, teilte der Rüstungsbetrieb mit. Der Verwaltungsrat bedauere die Entscheidung, würdige aber Müllers Einsatz für die Ruag. Müller hatte die CEO-Position im März 2024 übernommen und seither zur Stabilisierung des Unternehmens beigetragen.

Bis zur Ernennung eines neuen Chefs oder einer neuen Chefin übernimmt Oliver Müller, Geschäftsleitungsmitglied und Leiter Corporate Services, die Konzernführung interimistisch. Damit steht bei der Ruag erneut ein kurzfristiger Leitungswechsel an – bereits der dritte innerhalb kurzer Zeit.

Als operativer Chef hatte Ralf Müller im März 2024 Thomas Kipfer und Christian Priller abgelöst, die das Unternehmen ab August 2023 interimistisch geleitet hatten. Deren Vorgängerin Brigitte Beck hatte die Ruag nach einer Kontroverse um einen öffentlichen Auftritt nach nur knapp einem halben Jahr bereits wieder verlassen. Die häufigen Wechsel an der Unternehmensspitze werfen Fragen zur Führungsstabilität des bundeseigenen Rüstungsbetriebs auf.

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Beben bei Thüringer BSW: Augsten räumt Fraktionsvorsitz

14.03.2026


In der Thüringer Landtagsfraktion des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) steht ein Führungswechsel an. Fraktionschef Frank Augsten hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Der 67-Jährige, der den Vorsitz erst seit Dezember 2024 innehatte, will das Amt in den kommenden Wochen an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger übergeben und die laufenden Geschäfte bis dahin noch weiterführen. Wer die Fraktionsspitze künftig übernimmt, ist nach Angaben aus Fraktionskreisen bislang offen.

Augsten begründete seinen Schritt nach übereinstimmenden Berichten aus Partei- und Fraktionskreisen mit persönlichen Gründen und dem Wunsch, sich wieder stärker seiner fachlichen Arbeit in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik zu widmen. "Im Landwirtschaftsbereich brennt gerade die Luft", sagte der Agrarwissenschaftler mit Blick auf Betriebe, die wegen eines Streits mit der EU mit hohen Rückforderungen konfrontiert sein sollen. Für das BSW sitzt er im Landwirtschafts- und im Umweltausschuss und fungiert als agrarpolitischer Sprecher der Fraktion.

Der frühere Grünen-Politiker hatte bereits eine längere politische Laufbahn hinter sich, bevor er 2024 zum BSW wechselte. Zwischen 2009 und 2014 saß Augsten für Bündnis 90/Die Grünen im Thüringer Landtag und war zeitweise Co-Vorsitzender der Landespartei. Zwischen seinen Mandatszeiten arbeitete der studierte Agraringenieur unter anderem als Referatsleiter im Thüringer Landwirtschaftsministerium und später als kommissarischer Präsident der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. Im BSW übernahm er den Fraktionsvorsitz, nachdem Katja Wolf im Zuge der Regierungsbildung Ministerin geworden war.

Die Personalie trifft eine Fraktion, die nach der Landtagswahl 2024 mit 15,8 Prozent der Stimmen aus dem Stand zur drittstärksten Kraft im Erfurter Parlament aufgestiegen war und bislang als vergleichsweise geschlossen galt. Das BSW ist Teil der sogenannten Brombeer-Koalition mit CDU und SPD. Das Bündnis unter Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) verfügt mit 44 der 88 Sitze über keine eigene Mehrheit und ist deshalb immer wieder auf Unterstützung aus der Opposition von Linken und AfD angewiesen. Innerhalb der Koalition hatten zuletzt vor allem der Umgang mit AfD-Anträgen und die Frage, ob „inhaltlich gute Anträge“ der AfD in Fachausschüsse überwiesen werden sollen, für Spannungen gesorgt. Augsten hatte sich öffentlich für eine inhaltliche Prüfung solcher Vorlagen ausgesprochen, während insbesondere die SPD-Fraktion eine solche Linie ablehnt.