Deutsche Industrie mit schwachem Jahresstart bei Aufträgen

09.03.2026


Die deutschen Industrieunternehmen haben zu Beginn des Jahres einen deutlichen Rückgang bei den Auftragseingängen verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, fiel der Auftragseingang im Januar im Monatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 11,1 Prozent. Diese Entwicklung übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich, die im Schnitt nur einen Rückgang um 4,3 Prozent prognostiziert hatten.

Zudem revidierte das Bundesamt die Daten für den Vormonat Dezember nach unten. Der zuvor gemeldete Anstieg des Auftragseingangs um 7,8 Prozent wurde auf nur noch 6,4 Prozent korrigiert. Im Jahresvergleich stieg der Auftragseingang im Januar um 3,7 Prozent, was jedoch ebenfalls unter den Erwartungen der Analysten lag, die einen deutlich stärkeren Zuwachs erwartet hatten.

Die enttäuschenden Konjunkturdaten aus Deutschland haben auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte gezeigt. Enttäuschende Auftragseingangs- und Produktionsdaten in der größten Volkswirtschaft der Eurozone belasteten die europäische Gemeinschaftswährung. Die Entwicklung unterstreicht die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen die deutsche Industrie steht.

Die unerwartet schwache Entwicklung bei den Industrieaufträgen deutet auf eine anhaltende Verunsicherung in der deutschen Wirtschaft hin. Analysten wurden von der Stärke des Auftragsdämpfers überrascht, was Fragen nach der weiteren konjunkturellen Entwicklung aufwirft. Die revidierten Dezemberdaten und der schwache Januar-Auftragseingang lassen auf eine volatilere Phase für die deutsche Industrie schließen, deren Auswirkungen auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum noch zu beobachten sein werden.

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Nach enttäuschendem Wachstum stärkt Henkel Profitabilität und Dividende

14.03.2026


Henkel hat ein weiteres Jahr in einem schwierigen konjunkturellen und geopolitischen Umfeld mit robusten, aber beim Wachstum eher verhaltenen Zahlen abgeschlossen. Der Konzern erzielte einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro, belastet durch deutlich negative Wechselkurseffekte. Organisch – also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte – legte der DAX-Konzern um 0,9 Prozent zu und blieb damit unter den Prognosen des Managements und den Erwartungen der Analysten, die mit 1,1 Prozent gerechnet hatten.

Bei der Profitabilität konnte Henkel dagegen zulegen. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (EBIT) lag bei rund 3,0 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge stieg auf 14,8 Prozent und damit um 50 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr, womit der vom Unternehmen angepeilte Korridor von 14,5 bis 15,5 Prozent erreicht wurde. Das Ergebnis je Vorzugsaktie erhöhte sich währungsbereinigt um 4,7 Prozent auf 5,33 Euro. Der Free Cashflow belief sich auf rund 1,9 Milliarden Euro, und der Vorstand schlägt eine Dividendenerhöhung um 1,5 Prozent auf 2,07 Euro je Vorzugsaktie vor.

In den Sparten zeigte sich ein gemischtes Bild. Das Klebstoffgeschäft Adhesives Technologies wuchs organisch um 1,5 Prozent und blieb damit über dem Konzernschnitt, während das Konsumentengeschäft – gebündelt in der Einheit Consumer Brands mit Marken wie Persil, Pril und Pritt – nur um 0,3 Prozent zulegte. Im Schlussquartal kehrte sich dieses Muster um: Consumer Brands verzeichnete ein organisches Wachstum von 4,1 Prozent, Adhesives kam auf 0,9 Prozent, der Konzern insgesamt auf 2,3 Prozent – auch hier blieb Henkel hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Auf Ergebnisebene lag die bereinigte operative Marge von Adhesives mit 16,7 Prozent über dem Konzerndurchschnitt, Consumer Brands kam auf 14,5 Prozent.

Strategisch treibt Henkel seine Wachstumsagenda weiter voran. Der Zusammenschluss der Konsumentengeschäfte wurde schneller als geplant abgeschlossen und soll Effizienzgewinne heben. Jüngste Zukäufe in beiden Unternehmensbereichen sollen das Wachstumspotenzial erhöhen. Für das laufende Jahr stellt der Konzern weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum in Aussicht. Auf organischer Basis peilt Henkel eine Erlössteigerung im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an; das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie soll bei konstanten Wechselkursen im niedrigen bis hoch einstelligen Prozentbereich zulegen. Damit setzt das Management nach einem von Währungseffekten und verhaltenem Volumenwachstum geprägten Jahr klar auf mehr Effizienz, Innovationen und eine stärkere Ertragskraft.