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Algorithmischer und hochfrequenter Handel haben sich zu zentralen Bestandteilen der modernen Finanzmärkte entwickelt. Handelsentscheidungen werden zunehmend automatisiert, datengetrieben und in Maschinengeschwindigkeit ausgeführt. Diese Entwicklung ermöglicht zwar höhere Effizienz und Liquidität, bringt jedoch zugleich neue Formen digitaler Risiken mit sich. Cyberbedrohungen, Systemstörungen und Probleme bei der Datenintegrität können sich direkt auf die finanzielle Performance und die Stabilität der Märkte auswirken.
In diesem Umfeld ist Cyber-Resilienz längst nicht mehr nur eine IT-Frage, sondern eine unternehmenskritische Kernkompetenz. Finanzinstitutionen müssen sicherstellen, dass ihre digitalen Infrastrukturen auch unter widrigen Bedingungen zuverlässig, sicher und anpassungsfähig bleiben. Dazu gehören nicht nur technische Schutzmechanismen, sondern auch organisatorische Reife, kontinuierliche Überwachung sowie die Fähigkeit, auf Vorfälle schnell und effektiv zu reagieren.
JRC Capital, ein forschungsorientiertes Investmenthaus, begegnet diesen Herausforderungen durch die aktive Teilnahme an der europäischen Forschungsinitiative CyberAId. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit bringt JRC Capital seine praktische Expertise aus den Finanzmärkten ein und erhält zugleich Zugang zu innovativen Ansätzen im Bereich Cyber-Resilienz, digitales Risikomanagement und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in sicherheitskritischen Prozessen.
Statt Cybersecurity ausschließlich als defensive Maßnahme zu verstehen, verfolgt CyberAId einen ganzheitlichen Ansatz: systemische Risiken zu erkennen, die operative Robustheit zu stärken und Entscheidungsprozesse unter Unsicherheit zu verbessern. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Nutzung von KI, um komplexe Datenmengen auszuwerten, Muster frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für das Management zu schaffen. Für JRC Capital bedeutet dies, Cyber-Resilienz und KI fest in der strategischen Ausrichtung und der operativen Unternehmenskultur zu verankern.

In der Thüringer Landtagsfraktion des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) steht ein Führungswechsel an. Fraktionschef Frank Augsten hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Der 67-Jährige, der den Vorsitz erst seit Dezember 2024 innehatte, will das Amt in den kommenden Wochen an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger übergeben und die laufenden Geschäfte bis dahin noch weiterführen. Wer die Fraktionsspitze künftig übernimmt, ist nach Angaben aus Fraktionskreisen bislang offen.
Augsten begründete seinen Schritt nach übereinstimmenden Berichten aus Partei- und Fraktionskreisen mit persönlichen Gründen und dem Wunsch, sich wieder stärker seiner fachlichen Arbeit in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik zu widmen. "Im Landwirtschaftsbereich brennt gerade die Luft", sagte der Agrarwissenschaftler mit Blick auf Betriebe, die wegen eines Streits mit der EU mit hohen Rückforderungen konfrontiert sein sollen. Für das BSW sitzt er im Landwirtschafts- und im Umweltausschuss und fungiert als agrarpolitischer Sprecher der Fraktion.
Der frühere Grünen-Politiker hatte bereits eine längere politische Laufbahn hinter sich, bevor er 2024 zum BSW wechselte. Zwischen 2009 und 2014 saß Augsten für Bündnis 90/Die Grünen im Thüringer Landtag und war zeitweise Co-Vorsitzender der Landespartei. Zwischen seinen Mandatszeiten arbeitete der studierte Agraringenieur unter anderem als Referatsleiter im Thüringer Landwirtschaftsministerium und später als kommissarischer Präsident der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. Im BSW übernahm er den Fraktionsvorsitz, nachdem Katja Wolf im Zuge der Regierungsbildung Ministerin geworden war.
Die Personalie trifft eine Fraktion, die nach der Landtagswahl 2024 mit 15,8 Prozent der Stimmen aus dem Stand zur drittstärksten Kraft im Erfurter Parlament aufgestiegen war und bislang als vergleichsweise geschlossen galt. Das BSW ist Teil der sogenannten Brombeer-Koalition mit CDU und SPD. Das Bündnis unter Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) verfügt mit 44 der 88 Sitze über keine eigene Mehrheit und ist deshalb immer wieder auf Unterstützung aus der Opposition von Linken und AfD angewiesen. Innerhalb der Koalition hatten zuletzt vor allem der Umgang mit AfD-Anträgen und die Frage, ob „inhaltlich gute Anträge“ der AfD in Fachausschüsse überwiesen werden sollen, für Spannungen gesorgt. Augsten hatte sich öffentlich für eine inhaltliche Prüfung solcher Vorlagen ausgesprochen, während insbesondere die SPD-Fraktion eine solche Linie ablehnt.