
Hamburg bleibt nach aktuellen Daten des Bundesarztregisters eine der am besten versorgten Regionen Deutschlands: Auf 100.000 Einwohner kommen in der Hansestadt 315 Ärztinnen und Ärzte inklusive Psychotherapeuten – der bundesweit höchste Wert. Betrachtet man nur die Hausarztversorgung, liegt Hamburg mit 73,4 Hausärztinnen und Hausärzten je 100.000 Einwohner auf Rang zwei hinter Mecklenburg-Vorpommern (76,8). Auch der Frauenanteil ist hoch: 58,9 Prozent aller Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten sind weiblich, bei den Hausärzten sind es 58,3 Prozent. Gleichzeitig ist die Altersstruktur ein Risiko: Rund 15 Prozent der Hamburger Mediziner, bei den Hausärzten 15,2 Prozent, sind älter als 65 Jahre und könnten ihre Praxen in absehbarer Zeit abgeben.
Schleswig-Holstein liegt im Ländervergleich deutlich hinter Hamburg, aber im oberen Mittelfeld. Dort kommen 70,3 Hausärztinnen und Hausärzte auf 100.000 Einwohner, bundesweit Platz sechs. Bei allen Ärztinnen, Ärzten und Psychotherapeuten zusammen erreicht das nördlichste Flächenland einen Wert von 218 pro 100.000 Einwohner, deutlich weniger als Hamburg, aber nahe an Mecklenburg-Vorpommern mit 223. In Schleswig-Holstein ist gut die Hälfte der Hausärzte weiblich (52,0 Prozent). 12,7 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte sind älter als 65 Jahre, über alle Fachrichtungen hinweg sind es 11,3 Prozent.
Sachsen verzeichnet ebenfalls eine steigende Ärztedichte, wenn auch auf niedrigerem Niveau als Hamburg. Ende des vergangenen Jahres kamen im Freistaat knapp 229 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeuten auf 100.000 Einwohner, nach zuvor knapp 223. Auffällig ist die vergleichsweise junge Ärzteschaft: Nur 8,7 Prozent der Mediziner und Psychotherapeuten sind älter als 65 Jahre – gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern der niedrigste Anteil bundesweit. Beim Frauenanteil liegt Sachsen im Spitzenfeld; mit 58,9 Prozent Ärztinnen rangiert das Land direkt hinter Berlin und Hamburg.
Bundesweit setzt sich der Ausbau der vertragsärztlichen Versorgung fort. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung waren Ende des vergangenen Jahres 191.875 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Zulassung zur Versorgung gesetzlich Versicherter tätig – 2.324 mehr als ein Jahr zuvor, ein Plus von 1,2 Prozent. Das Wachstum fällt in der ärztlichen Versorgung mit 0,7 Prozent geringer aus als in der Psychotherapie, wo ein Zuwachs von 3,7 Prozent verzeichnet wurde. Parallel dazu nimmt die Teilzeitbeschäftigung zu: Der Anteil lag zuletzt bei 40 Prozent. Während Regionen wie Hamburg aktuell von einer sehr hohen Arztdichte profitieren, deuten der wachsende Anteil älterer Mediziner und die verbreitete Teilzeit darauf hin, dass die formalen Kopfzahlen künftig stärker gegen die tatsächlich verfügbare Arbeitszeit gerechnet werden müssen.

Zum 75. Jahrestag des Bundeskriminalamts (BKA) stellt Präsident Holger Münch die IT-Strategie der Behörde unter das Leitmotiv der digitalen Souveränität. Das Amt wolle vorhandene Daten für Ermittlungen deutlich besser nutzbar machen, ohne sich dabei in die Abhängigkeit einzelner ausländischer IT-Anbieter zu begeben, sagte Münch der Deutschen Presse-Agentur. In einer Zeit, in der Abhängigkeiten gezielt ausgenutzt werden könnten, müsse genauer geprüft werden, welche Produkte man einkauft und welche Fähigkeiten im eigenen Haus aufgebaut werden, so der BKA-Chef.
Im Zentrum steht für Münch nicht nur die Hoheit über die eigenen Daten, sondern auch die wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit von Herstellern. Als Risiko nennt er etwa drastische Erhöhungen von Lizenzgebühren. IT-Fachleute verweisen darüber hinaus auf die wachsende Sorge, politischer Druck könne sich eines Tages in Form gesperrter Zugänge zu Daten oder sogar einer Fernabschaltung von Software durch US-Anbieter äußern. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage, wie Ermittlungsbehörden ihre technischen Grundlagen gestalten, an strategischer Bedeutung.
Ein prominentes Beispiel für die Debatte ist der US-Anbieter Palantir. Dessen Analyseplattform "Gotham" wird bereits in mehreren Bundesländern eingesetzt, darunter Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Der Hersteller betont, die Datenhoheit verbleibe vollständig bei den jeweiligen Polizeibehörden. Auf Bundesebene signalisiert Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) jedoch nach Darstellung Münchs derzeit kaum Bereitschaft, diese Software für die Bundessicherheitsbehörden zu nutzen. Damit rückt ein eigenständiger Ansatz in den Fokus, der nicht auf eine einzige Komplettlösung setzt.
Münch beschreibt als Zielbild eine IT-Landschaft, die aus verschiedenen Modulen unterschiedlicher Entwickler besteht. Kernstück soll eine Datenintegrationsschicht sein, die das BKA am Markt einkauft. Auf dieser Ebene sollen dann unterschiedliche Analysewerkzeuge laufen – teils bereits vorhandene Systeme, teils Eigenentwicklungen und ergänzend zugekaufte Tools. Erst eine solche Architektur ermögliche es, bislang getrennt vorliegende Informationen aus verschiedenen „Töpfen“ gemeinsam auszuwerten und für operative Ermittlungen nutzbar zu machen. Für die Strafverfolger geht es damit um mehr als reine Effizienzgewinne: Die technische Infrastruktur wird zum zentralen Baustein, um Handlungsfähigkeit und Unabhängigkeit der Behörde langfristig zu sichern.